Stadelhofen – ein Stadtteil im Wandel

Über die Vielfalt, das Brodeln und die Gemeinschaft eines Viertels

Der kleine, enge Stadtteil Stadelhofen lehnt sich an die Schultern der Konstanzer Altstadt. Zwischen Eisenbahnlinie, Zoll und historischer Stadtmauer bietet er vielen Bewohnern und Geschäften eine Heimat und erfindet sich selbst sowie die Bedeutung des Viertels immer wieder neu.

Wie selbstverständlich für ihre Lage, hat auch die Vorstadt Stadelhofen eine reiche Historie, die sich über einige Jahrhunderte erstreckt. Dass es sich dabei um eine Geschichte der Beziehung zwischen der Schweiz und Deutschland handelt, ist nur eine von vielen Besonderheiten. Nachdem sich 1834 Baden dem Deutschen Zollverein angeschlossen hatte, entstand in Konstanz erstmals eine Zollgrenze zur benachbarten Schweiz. Diese verlief entlang der heutigen Stadtmauer und machte damit Stadelhofen für kurze Zeit zum Ausland. Der erhoffte Aufschwung des dünn besiedelten Gebiets blieb allerdings aus.

Geschichte schrieb Stadelhofen aber auch in unruhigen Zeiten. Dort, wo einst das Kreuzlinger Tor stand und heute Kinder die Kindertagesstätte Arche besuchen, wurden die von der Schweiz aus angreifenden Schweden im Dreißigjährigen Krieg an der Konstanzer Eroberung gehindert. Diese sogenannte Schwedenschanze war später auch der Ort, an dem der Hitler-Attentäter Georg Elser 1939 bei seinem Fluchtversuch in die benachbarte Schweiz verhaftet wurde.

Heute ist der Stadtteil mehr als nur Grenzlandschaft. In den Häusern der Kreuzlinger-, Hüetlin- oder Zogelmannstraße  findet man kleine, unabhängige Betriebe. Während der Handel die Innenstadt Konstanz zum Kaufhaus des Bodensees machte, scheint diese Entwicklung, wie in Zeiten des  Zollvereins, an den Stadtmauern halt gemacht zu haben, um ein wenig Ruhe im geschäftigen Treiben der Stadt Konstanz zu hinterlassen.

Ein Jahr lang wurden im Rahmen eines Projekts Bewohner und deren Geschichten porträtiert. Individuelle Lebenswege, Ideen, Träume und Veränderungen, die das Viertel bis heute prägen. Die so entstandenen Texte und Fotos öffnen Haustüren und geben Einblick in das, was das Viertel ausmacht: seine Menschen.

Aufgrund der Coronapandemie wurde die Veröffentlichung der Geschichten auf unbestimmte Zeit verschoben.